Im Rahmen des Geschichtsunterrichts beschäftigten wir uns mehrere Stunden intensiv mit dem Thema Antisemitismus und der Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus. Aus diesem Grund widmete unsere Schule die Woche vom 27. bis 29. Januar 2026 diesem wichtigen Thema. Neben Unterrichtseinheiten sahen wir den Film „Der Pianist“ und nahmen an einem Escape-Room teil, um uns besser in die Lebenssituation der Menschen zur damaligen Zeit hineinzuversetzen.
Am 29. Januar unternahm die gesamte 10. Jahrgangsstufe einen Ausflug zu einer Gedenkstätte in den Niederlanden. Das ehemalige Konzentrationslager Herzogenbusch war ein Arbeits- und Transitlager, in das ca. 32.000 Menschen deportiert wurden. Dort wurden wir freundlich empfangen und anschließend in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe besuchte zunächst den Erschießungsplatz, der durch einen Wald führte. Dort befindet sich eine große Steinwand mit den Namen der Männer, die an diesem Ort erschossen wurden. Vor der Wand lagen Blumen, Steine, Armbänder und andere Erinnerungsstücke als Zeichen des Gedenkens. Auf dem Rückweg sahen wir einen originalen Waggon des Deutschen Reiches, der neben dem ehemaligen Arbeitslager stand.
Im Gebäude der Gedenkstätte wurden wir von einem Guide durch das Gelände geführt. Er erklärte uns den Aufbau des Lagers und zeigte Bilder von Menschen, deren Geschichten er später an den jeweiligen Orten erzählte. Besonders bewegend war der Bereich, der den verstorbenen Kindern gewidmet ist. Dort erzählte der Guide unter anderem die Geschichte eines Babys, das nur sechs Monate alt wurde. Danach gingen wir in einen Raum mit einem „Leichentisch“, auf dem die Toten untersucht wurden. Der Arzt durfte damals nicht die echte Todesursache aufschreiben, sondern musste sich Krankheiten „ausdenken“. Ein Kalender zeigt, wie viele Menschen in den einzelnen Monaten gestorben sind. Dabei wurde deutlich, dass besonders am Anfang und am Ende sehr viele Menschen ums Leben kamen. In einem weiteren Raum erzählte der Guide von 74 Frauen, die in einen sehr kleinen Raum mit wenig Sauerstoff gesperrt wurden. Am nächsten Tag waren zehn von ihnen tot. Diese Geschichte machte uns besonders betroffen.
Anschließend besichtigten wir das Krematorium, in dem die Leichen verbrannt wurden. Die übrig gebliebene Asche wurde im Hinterhof unter Kieselsteinen verteilt. An einer Wand befanden sich ein Davidstern und ein Kreuz, da nicht nur Juden, sondern auch Christen ermordet wurden.
Zum Schluss kamen wir in die Baracke, in dem wir Holztische und Holzbänke sahen. Der Guide zeigte uns außerdem die Kleidung der Männer und Frauen, ihre Schuhe und ein Bild vom Essen, das sie an einem ganzen Tag erhielten. Danach betraten wir den Schlafraum. Die Betten waren aus Holz, sehr eng aneinander und übereinander gebaut. Die Kisten und Decken waren mit Stroh gefüllt.
Am Ende der Führung fasste der Guide alles noch einmal zusammen und erklärte, wie wichtig es ist, sich an diese Geschichte zu erinnern. Die Führung war sehr emotional und hat uns geholfen, das Leid der Menschen besser zu verstehen. Wir bedankten uns bei dem Guide für die ausführliche und gut erklärte Führung und gingen anschließend zum Eingang zurück.
Insgesamt war der Ausflug sehr interessant, informativ und emotional. Durch die vielen Geschichten und Orte konnten wir uns besser vorstellen, wie das Leben im Lager war. Wir würden diesen Ausflug auf jeden Fall den nächsten 10. Klassen weiterempfehlen.